Hinter den Werten
Wie viel Thymochinon steckt wirklich im Schwarzkümmelöl?
Was äthiopisches und ägyptisches Öl unterscheidet und was es mit den hohen Werten auf manchen Flaschen auf sich hat.
Ich bin Yehia. Ich kaufe unsere Schwarzkümmelsaat selbst ein – in Ägypten und in Äthiopien. Ich fahre da hin, schaue mir die Ernte an, nehme Proben, und bringe die Saat dann nach Deutschland.
Und seit Jahren bekomme ich immer wieder dieselbe Frage gestellt:
„Yehia, wie viel Thymochinon hat euer Öl?"
Ich versteh die Frage. Thymochinon ist der bekannteste Inhaltsstoff im Schwarzkümmel. Und im Netz schreiben viele Anbieter immer höhere Zahlen auf ihre Flaschen. 2%, 3%, manche sogar 4%.
Deshalb möchte ich hier mal in Ruhe erklären, was hinter diesen Zahlen steckt. Was bei welcher Herkunft natürlich drin ist, und ab wann man halt genauer hinschauen sollte. Die ehrliche Antwort ist nicht ganz so spektakulär wie manche Werbung, aber sie stimmt.
Ein Samen mit langer Geschichte
Das „Gold der Pharaonen"
Schwarzkümmel begleitet die Menschen schon sehr, sehr lange. Botanisch heißt die Pflanze Nigella sativa.
Im Grab von Pharao Tutanchamun, das ist über 3.000 Jahre her, hat man ein Gefäß mit Schwarzkümmelöl gefunden. Damals war das so wertvoll, dass man es den Mächtigen mit ins Jenseits gegeben hat. Man nennt es bis heute „das Gold der Pharaonen".
Im arabischen Raum heißt der Samen seit über tausend Jahren „Habbat al-baraka", der „Samen des Segens". Und auch bei uns in Europa kannte man ihn früh: Karl der Große hat den Anbau auf seinen Gütern anordnen lassen, Hildegard von Bingen hat darüber geschrieben.
Was ich daran interessant finde: Über all die Jahrhunderte hat niemand nach einem Prozentwert gefragt. Man hat den Samen genommen, wie er gewachsen ist. Mal kräftiger, mal milder, je nach Ernte und Wetter. Dieses Schwanken gehört bei einem Naturprodukt einfach dazu. Erst heute versucht man, das mit einer festen Laborzahl zu überdecken.
Drei Arten von Schwarzkümmelöl
Es gibt im Grunde drei Arten von Schwarzkümmelöl
Wenn man weiß, woher das Öl kommt, kann man auch besser einschätzen, was an Thymochinon natürlich drin sein kann. Grob gibt es drei Fälle:
Das meiste Schwarzkümmelöl auf der Welt kommt aus Ägypten. Da liegt der natürliche Thymochinon-Gehalt meistens zwischen 0,1% und 0,7%. Alles über 1% ist schon ungewöhnlich hoch und kommt selten vor.
Das hat einen einfachen Grund: In Ägypten wächst der Schwarzkümmel in warmen, sonnigen Tieflagen am Nil, oft auf großen Feldern. Die Pflanze hat es da relativ leicht. Und eine Pflanze, die es leicht hat, muss sich weniger schützen – also bildet sie auch weniger von diesen Schutzstoffen wie Thymochinon.
Ein ägyptisches Öl mit 0,4 oder 0,6% ist ein gutes, ehrliches Öl. Damit ist überhaupt nichts verkehrt.
Es gibt aber einen Ort, an dem der Schwarzkümmel von Natur aus mehr Thymochinon bildet: das äthiopische Hochland, über 2.000 Meter hoch.
Da oben ist alles ein bisschen extremer. Die Sonne ist in der dünnen Höhenluft viel stärker. Die Nächte sind kühl, und zwischen Tag und Nacht liegen große Temperaturunterschiede. Der Boden ist vulkanisch und mineralreich. Die Pflanze wächst dadurch langsamer.
Und genau dieser ganze Stress sorgt dafür, dass die Pflanze sich stärker schützt, mit mehr ätherischen Ölen und mehr Thymochinon. So kommt es da vor, dass eine Ernte über 2% Thymochinon hat. Bei unserer letzten äthiopischen Charge haben wir 2,1% gemessen.
Aber auch hier gilt: Das ist kein fester Wert. Er schwankt von Ernte zu Ernte. Das Hochland macht hohe Werte möglich, versprechen kann man sie trotzdem nicht. Wer dir Äthiopien plus einen immer exakt gleichen Wert verspricht, verspricht halt etwas, das die Natur so nicht macht.
Und dann gibt es noch einen dritten Fall, über den selten jemand spricht. Wenn ein ägyptisches Öl plötzlich mit 2, 3 oder 4% Thymochinon beworben wird und das auf jeder Flasche, immer genau gleich, dann ist da meistens nachträglich isoliertes Thymochinon zugesetzt worden. Oft synthetisch hergestellt. Damit eine schöne, hohe Zahl aufs Etikett passt.
So ein Öl sieht aus wie jedes andere und riecht ähnlich. Nur ist es eben nicht mehr genau das, was die Pflanze selbst hervorgebracht hat.
Mein einfacher Tipp dazu: Wenn der Wert immer exakt gleich und auffällig hoch ist, vor allem bei ägyptischer Herkunft, dann lohnt es sich, einmal genauer nachzufragen. Bei einem echten Naturprodukt schwankt der Wert nämlich. Das ist normal, und eigentlich ein gutes Zeichen.
Thymochinon-Gehalt im Vergleich
Wo die Werte natürlich liegen

Herkunft im Vergleich
Warum Ägypten & Äthiopien so unterschiedlich sind
Ich werde oft gefragt, warum derselbe Samen in zwei Ländern so verschieden ausfällt. So würde ich es nach den Jahren vor Ort erklären:
Ägypten
Höhe
Tiefland
Sonne
warm, gleichmäßig
Nächte
mild
Boden
sandig, vom Nil geprägt
Wachstum
schnell
Anbau
großflächig
Thymochinon (natürlich)
0,1% – 0,7%
Äthiopisches Hochland
Höhe
über 2000m
Sonne
sehr intensive Höhen-UV
Nächte
kühl, große Schwankungen
Boden
vulkanisch, mineralisch
Wachstum
langsam, unter Stress
Anbau
kleinbäuerlich, viel Handarebit
Thymochinon (natürlich)
über 2% möglich
Es läuft am Ende auf einen einfachen Punkt hinaus: Eine Pflanze, die sich anstrengen muss, wird stärker. Im Hochland strengt sie sich jeden Tag an. In Ägypten hat sie es bequemer.
Beides hat seine Berechtigung. Das ägyptische Öl ist der milde Klassiker für jeden Tag. Das äthiopische ist die seltene, kräftigere Ausnahme. Beide bleiben so, wie die Pflanze sie gewachsen ist.
Was wir bei nedura machen
Von der Ernte bis zur Flasche
Vielleicht hilft es, wenn ich einmal kurz erzähle, wie das bei uns abläuft – von der Ernte bis zur Flasche.

Wiegen & sieben
Man kommt mit dem LKW beim Lager rein, und die Ware wird erst mal gewogen. Wir wiegen den LKW einmal leer und einmal voll, so wissen wir genau, wie viel Saat wirklich ankommt. Danach läuft der Kümmel mit der Luft hoch und wird grob gesiebt. Steine, Blätter, sowas wird da rausgeholt.
Erste Prüfung
Komplett sauber sieben kann man das nie, aber man sagt uns, dass wir bei etwa 99,5% landen und das ist schon sehr, sehr gut. Dann nehmen wir Proben und analysieren sie erst mal in Äthiopien. Wir schauen, ob alles in Ordnung ist, und ob wir die Charge überhaupt nach Deutschland importieren können.
Kalt pressen in Stendal
Wir pressen das Öl selbst, in Stendal, unter 37 °C und in kleinen Chargen. So bleiben die natürlichen Inhaltsstoffe erhalten. Dann lassen wir jede Charge noch mal hier in Deutschland im Labor prüfen.
Kein fester Wert aufs Etikett
Einen festen Thymochinon-Wert drucken wir bewusst nicht auf die Flasche. Der ändert sich ja von Ernte zu Ernte. Wenn du den genauen Wert deiner Flasche wissen willst, schreib uns einfach, dann schicken wir dir das Laborergebnis deiner Charge zu.
Das ist eigentlich der ganze Aufwand. Klingt unspektakulär, ich weiß. Aber so weiß ich, dass drin ist, was draufsteht.
Yehias Empfehlung
Was ich selbst nehme
Ehrlich gesagt nehme ich selbst die 3er-Kur. Schwarzkümmelöl ist halt nichts, was man zwei, drei Tage nimmt und dann ist gut. Man braucht etwas Zeit, bis sich was tut – und mit drei Dosen kommt man gut über diese Zeit, ohne dass zwischendrin nachbestellt werden muss. Deshalb empfehle ich den meisten genau das.
Und wenn dir das Öl zu scharf ist – ich verstehe das, das Extra Aktive ist wirklich kräftig im Geschmack – dann nimm die Kapseln. Da hast du alles drin, nur ohne den Geschmack.

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Was uns am häufigsten gefragt wird
Schwarzkümmelöl ist vielseitig und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Es wird traditionell für das allgemeine Wohlbefinden genutzt und kann als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Äußerlich eignet es sich gut zur Haut- und Haarpflege – einfach ein paar Tropfen in die Haut einmassieren oder als Haaröl verwenden.
Unser Schwarzkümmelöl hat einen würzig-kräftigen, leicht pfeffrigen Geschmack, der typisch für reines Schwarzkümmelöl ist. Das Aroma ist dabei allerdings angenehm und nicht zu scharf. Falls der Geschmack zu intensiv ist, kannst du das Öl mit etwas Wasser oder Saft einnehmen.
Lagere das Schwarzkümmelöl am besten an einem kühlen, trockenen Ort und schütze es vor direktem Sonnenlicht. Wenn du magst, kannst du es nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren, um die Frische optimal zu erhalten.
Für die tägliche Einnahme empfehlen wir etwa 1 Teelöffel Schwarzkümmelöl. Es kann pur oder in Kombination mit anderen Lebensmitteln eingenommen werden.
Wir beziehen die Schwarzkümmelsamen aus streng kontrollierten Anbaugebieten in Ägypten, der Türkei und Syrien, wo sie unter besten Bedingungen reifen können. Die Saat wird anschließend in einem schonenden Kaltpressverfahren direkt in unserer Manufaktur in Deutschland verarbeitet und abgefüllt. So garantieren wir dir höchste Qualität und Frische in jedem Tropfen.
Gefiltertes Schwarzkümmelöl zeichnet sich durch seine klare, feine Konsistenz und seinen milden Geschmack aus. Ungefiltertes Schwarzkümmelöl hingegen bleibt naturbelassen, wodurch wertvolle Schwebstoffe erhalten bleiben, die für einen intensiveren Geschmack und eine besonders ursprüngliche Qualität sorgen.







